Interview mit Bio-Bauer Brungs
vom 24.01.2006

Herr Brungs war so freundlich und beantwortete uns ein paar Fragen!
Hier könnt ihr unser Interview lesen.

Guten Tag Herr Brungs!

Nils: Warum führen sie einen Bio-Bauernhof und keinen konventionellen Bauernhof?

Bauer Brungs: Als konventioneller Landwirt habe ich gelernt und habe durch die Erfahrungen, die ich mit den Spritzmittel gemacht habe, - ich hatte einen Spritzunfall - dann umgestellt auf ökologischen Landbau, weil ich meine Gesundheit und die meiner Mitbürger schützen wollte.

Nils: Wie lange haben sie den Hof schon?

Bauer Brungs: Ich habe den Hof schon von meinem Vater beziehungsweise von meinen Großeltern übernommen. Die haben den Hof irgendwann im 19. Jahrhundert gekauft. An diesem Standort sind wir seit 1982.

Nils: Lohnt sich das Betreiben eines Bio-Hofes?

Bauer Brungs: Das Betreiben der Landwirtschaft lohnt sich nicht. Die Landwirtschaft ist wirklich nicht mehr rentabel zu führen, wir müssen also gucken, dass wir alle einigermaßen da durch kommen. Der Vorteil, den wir hier haben ist, dass wir stadtnah liegen und noch eine Direktvermarktung dabei haben, wo wir unsere Produkte vermarkten können.

Nils: Würden sie denn mit einem konventionellen Hof mehr verdienen?

Bauer Brungs: Nein, das ist mittlerweile auch nicht mehr möglich.

Nils: Haben alle ihre Produkte das Bio-Siegel?

Bauer Brungs: Alle Produkte die wir selber erzeugen, weil wir ja ein Bioland Betrieb sind und auch dementsprechend kontrolliert werden. Im Hofladen sind auch alle Produkte mit Öko-Siegel versehen.

Nils: Und wie bekommt man das Bio-Siegel?

Bauer Brungs: Wir als landwirtschaftlicher Betrieb müssen uns anmelden bei einem Anbauverband oder bei der EU. Das ist die obere Behörde, der wir sagen, dass wir ökologischen Landbau betreiben wollen, dass heißt dass wir dann in bestimmten Abständen kontrolliert werden. Einmal im Jahr wird eine angemeldete Kontrolle durchgeführt und außerdem erfolgen zwei nicht angemeldete Stichproben, die so aussehen, dass der komplette Betrieb durchleuchtet wird. Das heißt wir fahren auf die Felder raus und es werden Boden- und Pflanzenproben gezogen. Dann geht der Kontrolleur mit mir in den Betrieb und es wird die Buchführung offen gelegt, Einkauf, Verkauf, dass die Warenströme stimmen. Dann kommt meistens 1-2 mal im Jahr eine Stichprobenkontrolle die unangemeldet ist, d.h es kommt ein Kontrolleur und steht vor der Tür und sagt, dass er einen Betriebsbereich prüfen möchte.

Nils: Wo kann man ihre Produkte kaufen?

Bauer Brungs: In erster Linie bei uns im Hofladen, ansonsten haben wir dann noch ein paar Großhändler, die uns die Produkte abkaufen.

Nils: Schlachten sie selber ?

Bauer Brungs: Wir schlachten seit gut eineinhalb Jahren selber und vermarkten unsere Tiere, die wir hier erzeugen, direkt über unseren Hofladen.

Nils: Vielen Dank Herr Brungs.